Warum die Gen Z E-Mail nutzt, wenn es darauf ankommt

  • blog

Veröffentlicht

Image Placeholder

Die Gen Z soll E-Mail angeblich aufgegeben haben. Die Erzählung geht so: Wer unter 30 ist, lebt in Direktnachrichten und Chat-Apps und betrachtet den Posteingang als etwas, das nur noch ältere Kolleginnen und Kollegen prüfen. Unsere Umfrage unter 2.000 Erwachsenen erzählt eine interessantere Geschichte.

Ja, die Gen Z nutzt E-Mail noch – nur selektiver als ältere Generationen. Wenn eine Nachricht Gewicht hat, etwa eine Bewerbung oder eine formelle Beschwerde, greift sie fast genauso oft zum Posteingang wie alle anderen. Für den Alltag bleibt sie bei Chat-Apps. Sie hat E-Mail auf die Momente eingegrenzt, die zählen.

Wichtigste Ergebnisse

  • 36 % der Gen Z wählen E-Mail für eine Bewerbung – mehr als die Babyboomer mit 23 %.

  • 42 % wählen E-Mail für eine formelle Beschwerde, 10 Punkte hinter den Millennials mit 52 %.

  • 29 % haben eine wichtige Nachricht verloren – mehr als doppelt so viele wie die Babyboomer mit 12 %.

  • 31 % haben Informationen verpasst, die an eine selten geprüfte Plattform gesendet wurden – der höchste Wert aller Generationen.

  • 17 % nutzen in ihrer Kommunikation nie KI, gegenüber 67 % der Babyboomer.

Wenn es darauf ankommt, wählt die Gen Z E-Mail

Bei den Momenten, die Gewicht haben, ähnelt der erste Instinkt der Gen Z stark dem aller anderen.

Auf die Frage, wie sie eine Bewerbung verschicken würden, wählen 36 % der Gen Z E-Mail – mehr als die Babyboomer mit 23 %. Für eine formelle Beschwerde bei einem Unternehmen entscheiden sich 42 % für E-Mail. Das liegt 10 Punkte hinter den Millennials mit 52 % und im Bereich von Gen X (56 %) und Babyboomern (54 %).

Der Generationenunterschied ist real, aber schmaler, als es die Schlagzeilen vermuten lassen, und er deutet eher auf einen Unterschied in der Förmlichkeit als in der Reichweite hin. Die Gen Z ist mit mehr Kanälen zur Auswahl aufgewachsen. E-Mail hält sie sich deshalb für das formelle, wohlüberlegte Ende der Skala bereit.

Beim Unterschied geht es um Förmlichkeit, nicht um Vertrauen

Jüngere Menschen haben E-Mail nicht heruntergestuft, weil sie ihr misstrauen.

Sie legen an geschäftliche E-Mails dieselben professionellen Maßstäbe an wie ältere Generationen. 43 % der Gen Z achten auf eine professionelle E-Mail-Adresse mit Unternehmensdomain als Signal dafür, dass sie einer Nachricht vertrauen können – nah an den 46 % der Babyboomer, die dasselbe sagen. Und 29 % nennen eine professionelle, gebrandete E-Mail-Signatur, deutlich mehr als die 16 % der Babyboomer.

Wenn eine ernste E-Mail im Posteingang der Gen Z landet, wird sie mit demselben Blick für Seriosität gelesen wie bei allen anderen. Was sich zwischen den Generationen verschiebt, ist, wann E-Mail genutzt wird – nicht, wie ernst sie genommen wird. 

Der Preis des Lebens mit verschwindenden Nachrichten

Die Generation, die sich in Chat-Apps am wohlsten fühlt, ist auch diejenige, die dort am meisten verliert.

Die Gen Z führt bei jedem Maß für Kommunikationspannen in der Studie.

Kommunikationspanne

Gen Z

Babyboomer

Infos zum Aufbewahren / Nachschlagen

70 %

56 %

Formelle Beschwerde

69 %

51 %

HR-Update des Arbeitgebers

58 %

47 %

Das Muster ist durchgängig. Je mehr sich Kommunikation über kurzlebige, verstreute Kanäle verteilt, desto öfter rutscht etwas Wichtiges durch eine Lücke. Ältere Generationen leiten mehr von dem, was zählt, über E-Mail und verlieren weniger davon. Für die Gen Z bringt der Komfort, über viele Apps hinweg zu leben, ein dauerhaftes Risiko mit sich: dass die Nachricht, die sie braucht, bereits verschwunden ist.

Die Gen Z und KI

Die Gen Z ist zudem am ehesten bereit, KI in ihre Art zu schreiben einzulassen.

Nur 17 % nutzen in ihrer Kommunikation nie KI, gegenüber 67 % der Babyboomer. Wenn sie KI einsetzen, geht es meist darum, die eigenen Worte zu schärfen statt sie zu ersetzen: Grammatik verbessern (29 %) und das Geschriebene professioneller klingen lassen (32 %) sind die häufigsten Anwendungen.

Das verweist auf etwas, das jedes Unternehmen bedenken sollte, das eine jüngere Zielgruppe per E-Mail anspricht. Da immer mehr Nachrichten mit KI geschrieben oder überarbeitet werden, ist sauberer Text kein verlässliches Kennzeichen mehr für einen sorgfältigen, professionellen Absender. Heute kann die E-Mail von jedem gut lesbar wirken.

Was eine E-Mail weiterhin als echt von Ihrer Marke ausweist, ist alles rund um die Worte: ob sie einheitlich und erkennbar die Ihre ist. Genau auf diese Signale stützt sich die Gen Z bereits – und je einfacher sich der Text selbst produzieren lässt, desto mehr Gewicht tragen sie. 

 

„Die Gen Z hat sich nicht von E-Mail abgewandt. Sie hat sie auf die Momente eingegrenzt, die zählen, und beurteilt diese E-Mails nach denselben professionellen Signalen wie alle anderen. Das eigentliche Risiko für Unternehmen ist die Reichweite. Jüngere Zielgruppen leben über mehr Kanäle verteilt – eine Nachricht am falschen Ort, oder eine, die nicht überzeugend aussieht, kommt schlicht nicht an.“

— Elisabeth Goossens, Director of Brand Communications, Exclaimer

Was das für Unternehmen bedeutet

Eine jüngere Zielgruppe verändert, was bei jeder E-Mail auf dem Spiel steht, die ein Unternehmen versendet.

Für alles Formelle erwartet sie weiterhin E-Mail und beurteilt sie anhand der sichtbaren Signale eines glaubwürdigen Absenders: einer einheitlichen Absenderidentität, Unternehmensbranding, korrekten Kontaktdaten und einer professionellen E-Mail-Signatur, die die Gen Z höher bewertet als ältere Generationen.

Da die Gen Z einen wachsenden Anteil an Kundschaft und Kollegschaft ausmacht, tragen die Signale an jeder ausgehenden E-Mail mehr Gewicht, nicht weniger. Sie von Hand anzuwenden, über jede und jeden Mitarbeitenden und jedes Gerät hinweg, ist meist der Punkt, an dem die Konsistenz zusammenbricht. Exclaimer versieht jede E-Mail automatisch mit professionellen, markenkonformen E-Mail-Signaturen, ohne dass einzelne Mitarbeitende dafür sorgen müssen, dass alles stimmt.

 

Dieser Beitrag ist Teil von Wenn es darauf ankommt: Wie Menschen wirklich kommunizieren, einem Bericht auf Basis einer Umfrage unter 2.000 Erwachsenen in Großbritannien und den USA, durchgeführt von OnePoll im Mai–Juni 2026. Lesen Sie den vollständigen Bericht.