Der EU AI Act bestätigt, was britische Verbraucher über KI in E-Mails längst ahnten, zeigt eine neue Exclaimer-Studie

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Eine E-Mail landet im Postfach, formal einwandfrei, und trotzdem stimmt etwas nicht. Fast die Hälfte der Erwachsenen in Großbritannien (46 %) hat schon einmal gezweifelt, ob eine erhaltene Nachricht echt oder seriös war, Monate bevor eine Regulierung sie dazu aufforderte, zweimal hinzusehen. Artikel 50 des EU AI Act, der am 2. August 2026 in Kraft tritt, verpflichtet Unternehmen offenzulegen, wenn Kundinnen und Kunden mit einem Chatbot sprechen statt mit einem Menschen. Diese Regel für konversationelle KI gilt nicht für E-Mails.

Der AI Act reiht sich ein in weitere EU-Vorgaben zur Offenlegung, die geschäftliche E-Mails längst prägen. Eine neue Studie von Exclaimer zeigt: Der Impuls dahinter, nämlich wissen zu wollen, wer tatsächlich am anderen Ende sitzt, war lange vor der Regulierung da.

Grundlage ist eine national repräsentative Online-Befragung von 1.000 Erwachsenen in Großbritannien, durchgeführt von OnePoll zwischen dem 26. Mai und dem 2. Juni 2026, als Teil einer größeren Studie mit 2.000 Befragten in Großbritannien und den USA. Alle Werte sind auf ganze Zahlen gerundet. 

Survey results showing 46% of UK adults questioned message legitimacy and 43% questioned communication authenticity before Article 50.

Wie viele Erwachsene in Großbritannien hinterfragen bereits, was in ihrem Postfach landet?

Bei 43 % der Erwachsenen in Großbritannien geht der Zweifel über die einzelne Nachricht hinaus. Sie haben die Echtheit einer Kommunikation insgesamt infrage gestellt, und zwar bevor Artikel 50 überhaupt ein Unternehmen dazu verpflichtete, den Einsatz von KI offenzulegen.

Ed Bodey, General Counsel bei Exclaimer, sieht darin die eigentliche Geschichte hinter der Regulierung:

„Der EU AI Act wird Unternehmen verpflichten, den Einsatz von KI-Systemen in Kundengesprächen offenzulegen. Unsere Studie zeigt jedoch, dass Menschen die Echtheit von Nachrichten ohnehin schon hinterfragen. Die Regulierung holt lediglich das ein, was Menschen längst spüren. Fast die Hälfte der Erwachsenen in Großbritannien hinterfragt bereits, was im Postfach landet, und achtet dabei auf verräterische Details: eine korrekte Unternehmensdomain etwa oder eine überzeugende Signatur. Unternehmen müssen Vertrauen in der Kommunikation weiterhin priorisieren, unabhängig von regulatorischen Änderungen. Denn schon das kleinste Detail kann über eine Kundenbeziehung entscheiden.“

Ed Bodeys Hinweis auf die verräterischen Details, die korrekte Domain und die überzeugende Signatur, zieht sich durch die gesamte Studie: Welche Signale das genau sind und wie das Alter die Beziehung zu KI überhaupt prägt. Eigene britische Vorschriften dazu, was in geschäftlichen E-Mails stehen muss, decken das gesetzliche Minimum ab. In dieser Studie geht es um das, was Menschen weit darüber hinaus erwarten.

Wie verändert KI die Art, wie Erwachsene in Großbritannien kommunizieren?

Die Hälfte der Erwachsenen in Großbritannien, genau 50 %, setzt inzwischen irgendwo in ihrer Kommunikation KI ein. Das meiste davon ist unspektakulär: 22 % nutzen sie für Grammatik und Rechtschreibung, weitere 22 %, um professioneller zu klingen.

Bei einer kleineren Gruppe leistet KI etwas, das der Text selbst nicht verrät:

  • 11 % nutzen sie, um selbstbewusster zu wirken

  • 3 % nutzen sie, um eine schwierige Botschaft abzumildern

  • 7 % nutzen sie, um ein unangenehmes Gespräch ganz zu vermeiden

Diese Art der Nutzung hinterlässt keine Spur im Text. Sprachliche Souveränität allein sagt nichts darüber aus, wer tatsächlich hinter einer Nachricht steht. Ein Muster, das Exclaimers frühere Untersuchung zu KI und Stimmungslage in der E-Mail-Kommunikation [ENG] bereits erkannt hat, lange bevor es sich so deutlich in den Daten zeigte.

Warum verlaufen KI-Nutzung und Misstrauen so scharf entlang des Alters?

Die KI-Nutzung nimmt mit dem Alter stark ab. Nur 26 % der Erwachsenen ab 65 Jahren in Großbritannien setzen sie irgendwo in ihrer Kommunikation ein, gegenüber 76 % der 25- bis 34-Jährigen. Beim Misstrauen ist es umgekehrt: 51 % der Über-65-Jährigen haben schon gezweifelt, ob eine Nachricht echt war, bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 31 %.

Younger UK adults use AI more and trust the inbox less than older adults. 76% of 25–34-year-olds use AI, while 51% of 65+ question message authenticity.

Am deutlichsten fällt der Unterschied bei den bewussteren Einsatzformen aus. Fast ein Viertel der Gen Z, 24 %, nutzt KI, um eine schwierige Botschaft abzumildern, 16 %, um ein unangenehmes Gespräch ganz zu umgehen. Bei den Babyboomern sind es 4 % und 2 %.

Zwei Dinge gelten hier gleichzeitig: Jüngere Erwachsene in Großbritannien formen ihren Ton mit KI, ältere äußern am ehesten Misstrauen gegenüber dem, was sie lesen. Die Studie sagt nicht, dass beides zusammenhängt. Sie sagt nur, dass beides zur selben Zeit auf dieselbe Bevölkerung zutrifft.

Warum zählt die Plattform genauso viel wie die Offenlegung?

Ein Witz an eine Freundin geht über WhatsApp. Eine kurzfristige Planänderung über einen Anruf. Beides landet nirgendwo in der Nähe eines Postfachs: Erwachsene in Großbritannien teilen kurzfristige Planänderungen per Telefon (33 %) oder WhatsApp (28 %) mit, beiläufige Neuigkeiten über WhatsApp (36 %) oder eine Social-Media-DM (13 %). Mehr als die Hälfte, 53 %, sagt, die Plattform beeinflusst, wie sehr sie einer Nachricht vertrauen, und 47 % sagen, sie beeinflusst, ob eine Nachricht überhaupt authentisch wirkt. Der Kanal selbst ist ein Signal, bevor ein einziges Wort gelesen wurde.

Survey data show 53% of UK adults say the platform affects message trust, and 47% say it affects authenticity perception. Source: Exclaimer.

54 % der Erwachsenen in Großbritannien haben eine Nachricht gezielt aufbewahrt, um später darauf zurückgreifen zu können. Mehr als vier von zehn, 44 %, haben bewusst E-Mail statt einer anderen Plattform gewählt, um einen dauerhaften Nachweis zu haben. E-Mail ist auch der bevorzugte Kanal für eine formelle Beschwerde (69 %), für Mitteilungen des Arbeitgebers zu Leistungen oder Richtlinien (58 %) und für Bewerbungen oder berufliche Gelegenheiten (44 %). Selbst bei Gesundheitsinformationen liegt E-Mail vor dem Telefonat, 32 % zu 20 %.

Bar chart showing UK adults' email preferences: 69% for formal complaints, 58% for HR updates, 44% for job applications, 32% for healthcare info.

Menschen sortieren ihre Kommunikation längst danach, wie viel Vertrauen die einzelne Nachricht braucht, und greifen gerade dann zur E-Mail, wenn viel auf dem Spiel steht. Dieses Muster hat keine Regulierung geschaffen, und keine wird es verändern. Genau deshalb leistet die Plattform selbst echte Vertrauensarbeit, lange bevor eine Offenlegungspflicht greift.

Exclaimers UK Business Email Report 2025 [ENG] fand denselben Druck auf der anderen Seite des Postfachs, nämlich darin, wie britische Unternehmen steuern, was ihr Haus verlässt.

Woran erkennen britische Verbraucher, dass sie einer geschäftlichen E-Mail vertrauen können?

So sehen Ed Bodeys verräterische Details in den Daten aus. Vollständige Kontaktdaten sind 51 % der Erwachsenen in Großbritannien wichtig, eine professionelle Unternehmens-E-Mail-Adresse fast genauso vielen, 53 %. Ein Drittel achtet auf einen klaren Absendernamen.

Für keines dieser Signale muss ein Wort der Nachricht gelesen werden. Empfängerinnen und Empfänger nehmen alle drei wahr, bevor sie einen einzigen Satz verarbeitet haben. Und genau darum geht es: Wenn jeder den Satz erzeugen kann, muss der Absender auf anderem Weg belegen, wer er ist.

Die vollständige Studie Wenn es darauf ankommt: Wie Menschen wirklich kommunizieren geht über diesen Beitrag hinaus: wie Vertrauen und KI-Nutzung über alle Generationen hinweg variieren, was Menschen mit Nachrichten tun, die sie nicht verlieren dürfen, und wie sich Gewohnheiten in Großbritannien und den USA unterscheiden. Zur vollständigen Studie.